FAQ & Glossar

Alle häufigen Fragen – und das Schlaraffen-Lexikon.

Allgemeine Fragen

Was ist die Schlaraffia überhaupt?

Schlaraffia ist eine weltweite Gemeinschaft von Männern, die sich regelmäßig treffen, um gemeinsam zu lachen, Kunst zu erleben und echte Freundschaften zu pflegen. Das Motto: „In arte voluptas\" – Im Spiel liegt die Freude. → Mehr erfahren

Wie alt ist die Schlaraffia?

Die Schlaraffia wurde am 10. Oktober 1859 in Prag gegründet – von zwölf deutschen Künstlern und Intellektuellen. Sie ist damit eine der ältesten noch aktiven Gemeinschaften ihrer Art weltweit. → Zur Geschichte

Wie viele Reyche gibt es?

Weltweit gibt es über 260 aktive Reyche (lokale Schlaraffia-Gemeinschaften) auf 5 Kontinenten. Allein im deutschsprachigen Raum sind es über 200. → Alle Reyche

Was ist bei der Schlaraffia tabu?

Politik, Religion und Berufliches sind während der Sippungen ausdrücklich tabu. Was in der Profanei trennt, bleibt an der Tür. Ein Arzt, ein Handwerker, ein Lehrer und ein Unternehmer sind hier einfach Schlaraffen.

Gibt es Frauen in der Schlaraffia?

Die Schlaraffia ist ein reiner Männerbund – nicht aus Frauenfeindlichkeit, sondern weil die Gemeinschaft in einer Zeit entstand, in der Vereinsleben ausschließlich männlich geprägt war. Frauen werden sehr geschätzt und sind als Burgfrauen teilweise einbezogen.

Fragen zur Sippung

Was passiert bei einer Sippung?

Jede Sippung folgt einem spielerischen Ablauf: Begrüßung durch den Oberschlaraffen, Vorträge und Darbietungen der Mitglieder, spielerische Pönen, geselliges Beisammensein. → Das Spiel im Detail

Wie oft trifft sich ein Reych?

Die meisten Reyche treffen sich wöchentlich oder zweiwöchentlich, abends. Die Spielzeit heißt Winterung (Oktober bis April). In der Sommerung (Mai–September) ruht das Spiel; stattdessen gibt es lockere Krystallinen.

Was sind Pönen?

Pönen sind spielerische Strafen: Wer gegen den schlaraffischen Geist verstößt, wird gepönt und zahlt eine symbolische Strafe von meist 1–3 €. Mehr Spaß als echte Strafe.

Was ist ein Pilger?

Ein Pilger ist ein Gast – ein Mann, der die Schlaraffia noch nicht kennt. Bis zu drei Besuche möglich, kostenlos und unverbindlich.

Mitgliedschaft & Beitritt

Was kostet die Mitgliedschaft?

Die Kosten variieren je nach Reych. Als Faustregel: Die ersten drei Besuche als Pilger sind kostenlos. Mitgliedsbeiträge sind moderat – meist zwischen 10 und 30 € im Monat. Aufnahmegebühren gibt es nicht.

Muss ich singen oder auftreten können?

Nein. Beiträge sind freiwillig. Viele Mitglieder beginnen damit, einfach zuzuhören und zu lachen. Wichtig ist der Geist der Beteiligung – nicht künstlerische Perfektion.

Wie finde ich ein Reych in meiner Nähe?

Nutzen Sie die Suche auf unserer Startseite oder stöbern Sie in der Liste aller Reyche. Oder schreiben Sie uns – wir vermitteln gerne.

Das Schlaraffen-Lexikon

Reych
Eine örtliche Schlaraffia-Gemeinschaft. Jedes Reych hat einen eigenen Namen, eine Nummer und seinen unverwechselbaren Charakter – wie ein kleiner Staat mit Geschichte und Atmosphäre.
Beispiel: Ich besuche morgen die Freunde im Reych 432 in Arnstadt.
Sippung
Das regelmäßige Treffen eines Reyches. Meist wöchentlich oder zweiwöchentlich in der Winterung (Oktober–April), abends, mit spielerischem Ablauf: Begrüßung, Vorträge, Musik, Pönen und Gemeinschaft.
Beispiel: Die nächste Sippung findet am Freitag um 19:30 Uhr statt.
Burg
Das Vereinslokal, der Treffpunkt eines Reyches. Kann eine Gaststätte, ein eigener Vereinsraum oder ein anderer regelmäßiger Ort sein.
Beispiel: Unsere Burg ist seit Jahren im Augustiner-Bräu.
Knappe
Erster Stand nach der Kugelung. Der Knappe erhält eine fortlaufende Nummer (z. B. Knappe 210) und sofort den Schlaraffenpass – die Eintrittskarte in alle Reyche der Welt.
Beispiel: Knappe 210 wurde heute herzlich aufgenommen.
Schlaraffe
Mitglied der Schlaraffia – gleich ob Knappe, Junker oder Ritter. Nach der Kugelung ist man Schlaraffe und erhält sofort den Schlaraffenpass.
Beispiel: Als Schlaraffe ist man in jedem Reych der Welt willkommen.
Junker
Stand nach dem Knappen. Nach einiger Zeit aktiver Mitgliedschaft wird man zum Junker erhoben – die Nummer weicht dem Vornamen (z. B. Junker Jan Hendrik).
Beispiel: Junker Karl bringt sich regelmäßig mit Vorträgen ein.
Pilger
Gast einer Sippung – ein Mann, der die Schlaraffia noch nicht kennt. Bis zu drei Besuche sind möglich, begleitet von einem Paten. Kostenlos und unverbindlich.
Beispiel: Heute begrüßen wir drei Pilger in unserer Mitte.
In arte voluptas
Das Motto der Schlaraffia, Lateinisch: „Im Spiel liegt die Freude." Es beschreibt den Kern der Schlaraffia: Ernst des Lebens draußen lassen, Freude im Spiel finden.
Beispiel: In arte voluptas – so lautet unser Wahlspruch seit 1859.
Prüfling
Wer nach den Pilgerbesuchen überzeugt ist, wird als Prüfling aufgenommen. In sechs Sippungen prüft man sich selbst – und das Reych prüft umgekehrt, ob der Mann zur Gemeinschaft passt.
Beispiel: Der Prüfling hat heute seine dritte Sippung besucht.
Profanei
Alles Weltliche außerhalb der Schlaraffia – Beruf, Alltag, Ernsthaftigkeit. Wer die Burg betritt, lässt die Profanei draußen.
Beispiel: Über Profanei-Angelegenheiten sprechen wir hier nicht.
Feldlager
Ein Reych in Gründung. Das Feldlager strebt an, ein vollwertiges Reych zu werden und alle Voraussetzungen der Allschlaraffia zu erfüllen.
Beispiel: Das Feldlager Ysen-Aha wurde 2023 gegründet.
Allschlaraffia
Der Weltdachverband der Schlaraffia. Die gewählten Vertreter – die Allschlaraffenräte – koordinieren die Reyche weltweit. Alle fünf Jahre findet das Concil statt: das weltweite Treffen aller Reych-Vertreter.
Kugelung
Die Aufnahme-Abstimmung am Ende der Prüflingszeit. Die Mitglieder stimmen mit Kugeln ab – weiß bedeutet Ja, schwarz bedeutet Nein.
Beispiel: Die Kugelung verlief einstimmig positiv.
Winterung
Die Spielzeit der Schlaraffia von Oktober bis April. In der Winterung finden die regulären Sippungen statt.
Beispiel: Die Winterung beginnt traditionell im Oktober.
Schlaraffenpass
Offizielles Dokument jedes Ritters, das die Mitgliedschaft belegt und den Inhaber in allen Reychen der Welt als Gast willkommen heißt.
Beispiel: Mit dem Schlaraffenpass wurde er in Philadelphia empfangen wie ein alter Freund.
Sommerung
Die spielfreie Zeit von Mai bis September. Statt Sippungen gibt es lose Treffen – sogenannte Krystallinen.
Beispiel: In der Sommerung treffen wir uns zu Krystallinen.
Ritterschlag
Die feierliche Aufnahme eines Junkers als vollwertiges Mitglied. Er erhält dabei seinen Schlaraffennamen und das Recht, am vollen Spiel teilzunehmen.
Beispiel: Nach sechs Monaten Junkerzeit folgte der Ritterschlag – ein unvergesslicher Abend.
Pönen
Spielerische Strafe bei Verstößen gegen den schlaraffischen Geist. Wer zu ernsthaft ist oder einen Fehler begeht, zahlt 1–3 € – mehr Spaß als Strafe.
Beispiel: Er wurde gepönt, weil er zu lange über Profanei gesprochen hat.
Allschlaraffentag
Das weltweite Treffen aller Reyche, das in regelmäßigen Abständen stattfindet. Schlaraffen aus aller Welt kommen zusammen, um gemeinsam zu spielen.
Burgfrau
Bezeichnung für Frauen, die von einem Reych geschätzt und teilweise in das Vereinsleben einbezogen werden. Die Schlaraffia ist ein Männerbund, schätzt Frauen aber sehr.